Friday, September 30, 2005
In Ratnapura angekommen

Stellt euch vor, ihr lauft durch eine chaotische Stadt, ohne indischen Charme, ein Laden neben dem anderen, und ihr seid die einzige Weisse in diesem Chaos. Kaum jemand spricht deine Sprache, ausser "You want gem? You look, only look." Um Ratnapura herum werden Edelsteine abgebaut, in gefaehrlichen Schlammstollen. Mein Gastgeber fuer die naechsten 2 Monate ist im Gem-Business.
Stellt euch vor, ihr kommt bei eurer Gastfamilie an. Alle laecheln, niemand spricht Englisch, auch nicht der Moench, der dein Boss sein wird, solange du in seinem Kloster Englisch unterrichten wirst. Du packst deinen Rucksack aus. Zwei Frauen beobachten jede Handbewegung und kommentieren jeden Gegenstand. Du uebergibst deiner Gastgeberin die Gastgeschenke, ihre Cousine, die auf deinem Bett sitzt und ihren 2 jaehrigen Sohn Kekse drauf kruemeln laesst, sagt, sie will auch eins. Du willst deine Kleider verstauen, aber alle Schraenke in deinem Zimmer sind abgeschlossen und voll.
Entsprechend ist meine Stimmung. Es gab aber auch schoene Momente: Die 14-jaehrige Tochter Supun ist suess und bringt mir etwas Singhalesisch bei. Sie fragt nach Woertern auf Deutsch. Am schwierigsten ist "Schreiben". In dem Bildband ueber Bremen gefaellt ihr am besten der Fallturm.
Es gruesst euch
Uschi
Thursday, September 29, 2005
Ankunft in Colombo

Hier sitze ich in der Hauptstadt im Tropic Inn und benutze den schon hier ziemlich langsamen Internetzugang. Ob sich dieser Blog weit ab vom Schuss in Ratnapura aufrecht erhalten laesst?
Doch zurueck zum Anfang: Fuer 3 Monate werde ich unter der Obhut der britischen Organisation Teaching & Projects Abroad im Innenland Sri Lankas, genau: in Ratnapura, Englischunterricht geben. Ich bezahle dieser Organisation gute 2.000 EURO, wovon sie meine Betreuung bestreitet und meiner Gastfamilie Geld fuer Kost und Logis weiter reicht. Auf 3 Monate gerechnet ist das nicht zu viel. In GB gibt es eine Zentrale von T&PA, in Berlin eine Filiale unter dem Namen One World Working, ich glaube http://www.owowo.de. Hier in Sri Lanka gibt es ein Buero mit 4 Leuten; es expandiert. Solche Bueros gibt es noch vielen anderen Laendern auf allen Kontinenten, die Entwicklungslaender verzeichnen. Man kann dort an Projekten mitarbeiten, die von eben diesen Bueros kontaktiert werden. Man braucht so gut wie keine Qualifikation, was die ganze Sache vor allem fuer junge Leute interessant macht. Aber auch in meinem Alter (52) gibt es Teilnehmer. Man arbeitet z.B. in einem Waisenhaus, an einem Umweltschutzprojekt oder als Englischlehrerin in einer Schule. Auch medizinisch Interessierte finden Arbeitsmoeglichkeiten. Es handelt sich um Freiwilligenarbeit, d.h. man bekommt nichts bezahlt, sondern bezahlt fuer diese wunderbare Art, ein Land kennen zu lernen und eigenes Wissen, eigene Zeit zu spenden.
So viel fuer heute, um diesen Blog zu eroeffnen.
Uschi